Mittwoch, 12. Dezember 2012

Nahtoderfahrung in Chinchilla

Ihr Lieben,

es gibt mal wieder etwas, was ich euch berichten kann.
Gestern mussten wir die Rinder alle eintreiben, denn es sollte ein Truck kommen, um sie abzuholen. Es war die letzte Chance, um sie verkaufen zu können. 
Die Farm ist riesig, viel viel groesser als ich dachte und alle Rinder laufen frei herum. Es gibt zwar Tore und Zäune, aber letztere sind oftmals niedergetrampelt und die Tore sind immer offen.
Unsere Aufgabe war es dann genug Rinder in die Gatter zu treiben, damit wir diese sortieren können. Ich bin an diesem Tag bestimmt über 5 km gelaufen, weil die Rinder überall im Wald waren und wir sind da irgendwie rausbekommen mussten. Es war wirklich nicht mehr lustig. Ich hatte einfach nur noch Durst und ich hatte überall Kletten in meinen Schuhen. Ich wurde auch fast von einem wegrennenden Känguru umgerannt, aber es hat mich Gott sei Dank nicht getroffen.

Wie dem auch sei, wir hatten endlich genug Rinder im Gatter und das Sortieren begann. Ich muss dazu sagen, dass ich absolut panische Angst vor Rindern habe. Das muss wohl an meiner Kindheit liegen und an den aggressiven Kühen in Weitendorf. Man gab mir dann die Aufgabe das Tor für diejenigen Rinder zu öffnen, die auf der Farm bleiben. Ich stand stundenlang in einem Gatter zusammen mit Kühen, Bullen, Stieren und Kälbern und musste mein Tor immer öffnen, wenn ein Rind auf mich zurennt und zu Hause bleiben darf. Ich bin wirklich fast vor Angst gestorben. Wenn mich ein Rind anstarrt und langsam auf mich zukommt, dann gehen bei mir die Alarmglocken los und ich möchte am liebsten über den Zaun springen. Einer der schlimmsten Momente war der, in dem eine Kuh auf mich zurannte, selber schon Panik und man sagte mir zu spät, dass diese in mein Gatter kommt und als ich dabei war das Tor zu öffnen, rannte sie mich fast über. Ich habe schon fast mein Ableben gesehen. Mein Puls ist schlagartig von durchschnittlichen 55 auf wahrscheinlich 150 gestiegen. Zwischendurch sind einige Bullen und Stiere absolut durchgedreht, gegen die Zäune gesprungen und haben sogar einige Metallteile verbogen.
Ich hasse Kühe und Rinder einfach, das wird sich wohl nie ändern. Ich dachte, ich könnte mich meiner Angst stellen, aber nein, es ist schlimmer als vorher.

Als endlich alle sortiert waren, mussten wir sie dann einzeln durch einen kleinen Gang führen, da einige von ihnen noch Ohrmarken brauchten. Ich habe noch immer das aggressive Schnaufen einiger Bullen und Stiere im Ohr. Es war grausam. Sie versuchen wirklich alles um dort herauszukommen. Man sah Rinder übereinander gestapelt, am Boden liegend und panisch. Und meine Panik stieg dann auch in dem Moment, in dem mich dieses schon etwas größere Kalb einfach mal überrennen wollte! Und ich mache keine Scherze. Beim ersten Mal dachte ich, dass es nur aus Angst in meine Richtung rannte, aber als es dann permanent auf mich zuraunte und versuchte mich umzulaufen… ich bin dann gegangen. Das war mir einfach zu viel. Kasey gab nach einer Weile auch zu, dass es wirklich nur mich jagt und versucht umzuboxen. Ganz ehrlich, es war ein Kalb. Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, Kühe seien nicht aggressiv. Sie sind es. Definitiv. Und ich traue ihnen kein Stück mehr. Vielleicht einer Kuh, die ich selber aufgezogen habe, aber nicht diesen Viechern hier. 
Einer der fettesten Bullen ist sogar über den Zaun gesprungen. Ich habe einfach keinen Schimmer, wie er das angestellt hat. Beim nächsten Mal helfe ich da nicht und gehe lieber Fische ernten oder so. Rob, mein Chef, wurde 2x angegriffen von den Rindern und er konnte sich nur dadurch retten, dass er über den Zaun sprang und dann eher unsanft auf seinem Hinterteil landete. 
Rinder sind bei mir also auf der roten Liste. Absolut!

Das wollte ich euch erzählt haben. Mehr gibt es auch nicht wirklich.

Herzlichst,
eure Tini 

Freitag, 7. Dezember 2012

Noch immer in Chinchilla.

Meine Lieben,

nun lasse ich mal wieder etwas von mir hören.

Die Tage bzw. die Wochen vergehen ziemlich schnell. Gestern war sogar schon Nikolaus und ich habe den anderen morgens etwas in den Schuh gesteckt. Grosse Verwunderung machte sich bei allen breit, denn sie kennen diese Tradition nicht. Immerhin haben sie sich bedankt. :)

Es ist unglaublich, dass ich nicht viel erzaehlen kann. Man macht an sich eh immer das Gleiche. Jonas und ich haben nun auch endlich unser Aeration-Projekt beendet. Es war einfach deprimierend. Alle Belueftungsteile waren im Wasser und doch hat nichts funktioniert. Wir mussten noch Gewichte anbauen und die Konstruktion umwandeln. Aber nach 5 Wochen soll es das nun endlich sein.
Gestern haben wir die letzten Gewichte angebracht und ich hatte eine eher unschoene Begegnung mit einer Schlange. Sie war riesig und braun und man sagte mir, dass diese Art sehr gefaehrlich ist und man nicht rennen soll, da sie sonst angreift. Das eizige, was mir in diesem Moment einfiel, war auf das Auto zu steigen, ganz langsam natürlich, und zu warten. Sie hob mehrmals ihren Kopf, starrte mich und entschloss sich Gott sei Dank dafür einfach weiter zu kriechen. Ich bin fast vor Angst gestorben, weil ich nicht wusste, was passiert. Als Jonas und ich dann im Wasser waren, haben wir durchgängig Ausschau nach ihr gehalten, weil alle Schlangen auch schwimmen koennen. Absolut keine schoene Arbeitsatmosphäre.

Gestern haben wir auch wieder zementiert (also eine Bodenfläche fertig gemacht), weil wir ein Büro aufbauen wollen. Ich hasse diesen Job, weil ich meistens nutzlos rumstehe. Ich habe einfach keine Ahnung, was ich machen soll, da die Maenner eh die ganze Zeit mit Schueppen und Harken rumhantieren. Aber das ist auch geschafft. Und einen netten Sonnenbrand auf meinen Beinen habe ich auch gleich dazu.

Wir haben momentan immer sehr heisse Tage und wir hatten keine Air Condiotioner in unseren Räumen. Es war wirklich furchtbar, weil man nur noch müde war und vor allem die ganze Zeit geschwitzt hat. Endlich haben wir welche in unseren Zimmern und es ist viel viel besser. Ich habe nur leider einen Schnupfen bekommen, weil Jonas seinen Air Con zu lange an hatte. Aber es ist ja Winter, da ist das was ganz normales.

Was kann ich noch berichten. Es passiert wirklich nicht all zu viel hier. Wir stehen morgens auf, gehen arbeiten, haben Feierabend und fahren manchmal nach Chinchilla um einzukaufen. Man ist abends ziemlich fertig, weil das Arbeiten in der Sonne nicht ganz so angenehm ist.

Letztes Wochenende waren wir dann noch an unserem kleinen See. Dort haben wir ein Seil, mit dem wir ins Wasser springen können. Das Wasser war unglaublich heiss und es fuehlte sich an als säße man in einem Whirlpool. Beim dritten Mal bin ich leider relativ schnell runtergeflogen, weil die Stange rutschig war und ich einfach keine Kraft mehr hatte. Ich bin so unfit. Aber ich versuche das hier ein bisschen in den Griff zu bekommen. Immerhin werde ich besser beim Fußballspielen und kann sogar schon ein bisschen Jonglieren. :)

Sonnenuntergang.

An Ausdruck und Körperhaltung muss noch gearbeitet werden.

Schoen festhalten!

Eric und Pat haben sich zu zweit getraut.

Heute ist Freitag, aber wir muessen leider am Wochenende arbeiten. Ich habe absolut keine Lust. :( Ach ja, und zum Abschluss bin ich heute noch ins Wasser gefallen. Oh man, das war wirklich peinlich.

Nun, mehr faellt mir gerade nicht ein. Seid nicht bös' mit mir.

Alles Liebe,
eure Tini.

Samstag, 17. November 2012

Die Zeit vergeht.


Ihr Lieben,

Ich bin nun schon 2,5 Monate hier in Australien und ehrlich gesagt, habe ich es noch immer nicht realisiert. Alles fühlt sich so richtig an und als wäre es von Beginn an so geplant gewesen. Momentan bereiten sich alle auf Weihnachten vor und mir fällt das erst auf, wenn ich einkaufen bin, weil alles geschmückt ist. Für mich ist es, als würde dieser Sommer nie enden. Noch immer scheint die Sonne, es wird immer heisser und ich gehe arbeiten. Ich habe kein Zeitgefühl mehr und die Zeit vergeht trotzdem so rasend schnell. Ich geniesse dieses Jahr so unglaublich, weil ich nicht mehr jeden Tag zur Schule gehen muss, weil ich jetzt selber entscheiden kann, was ich machen möchte. Keine Nerven raubenden Mathestunden, keine Klausurenzeiten und keine Noten für das, was ich tue. Es ist eine Art Befreiung und ich fühle mich einfach unglaublich frei in allem.

Oh, das war jetzt vielleicht ein bisschen zu viel für den Anfang oder? Ich musste es nur unbedingt einmal loswerden, weil es mir nicht mehr aus dem Kopf ging. 

Ich habe jetzt fast meine zweite Arbeitswoche hier auf der Farm hinter mir und es geht mir noch immer gut. Ich denke also, dass ich hier etwas länger bleiben werde als in Jimboomba. 
Heute ist Samstag und Jonas und ich sind zusammen mit Eric dafür zuständig die Fische am Wochenende zu füttern. Wir sind also um 8 Uhr von unserem Haus zu den Teichen gefahren, haben viele Eimer Futter geschleppt und tote Fische aus den Teichen geholt. Ich habe mit Teich 2 begonnen, während Jonas noch bei der 1 war und in einem der Raceways waren über 54 tote Fische. Es war deprimierend und ich musste alle mit dem Kescher rausholen… Scott (er arbeitet auch hier auf der Farm, wohnt aber in Chinchilla) sagt, dass es vom "ernten" kommt, weil wir die Fische dabei ja aus dem Wasser holen und aussortieren. Es war wahrscheinlich zu heiss und nun haben wir den Salat. Nun ja, wir können daran wohl nichts ändern und müssen weiterhin zusehen, wie die Fische verenden. Ich finde es traurig, obwohl es mich ja nicht wirklich betrifft. 
Wie dem auch sei, Ryan (der Sohn des Chefs, 13) hatte uns heute noch eingeladen mit zur "Jugendgruppe" zu kommen. Wir fuhren also gegen 2pm nach Chinchilla um dort eine riesige Matschrutsche herunter zu rutschen. Es war wirklich lustig, aber wir sahen furchtbar aus. Überall Matsch und Sand. Meine Haare waren richtig verklebt und sind steif geworden. Auf dem Heimweg kam dann ein enormes Gewitter auf und ich konnte teilweise nichts mehr sehen. Der Regen war einfach zu krass. Das Problem bei Regen ist hier, dass der Weg zu unserem Haus nur aus Sand besteht und man nur schlittert. Ich bekomme jedes Mal Panik, weil ich die Kontrolle nicht verlieren möchte. Aber wir leben noch!! Trotzdem war es nicht gerade eine tolle Erfahrung. Auch interessant zu beobachten ist, dass es jedes Wochenende regnet. Ich habe bisher kaum Regen in der Woche wahrgenommen, nur am Wochenende. Das nervt ganz schön, aber man gewöhnt sich sicherlich daran, wie an alles andere auch.

Ryan in der Mitte, Jonas zeigt seinen Rücken.

Matschrutsche.

Matsch ueberall.

Dreck.

Nein, das ist keine Bräune, sondern Matsch an meinem Arm.

Landung im Matschbecken.

Was gibt es sonst zu berichten. Mit Chris stehe ich noch immer in Kontakt. Habe heute kurz mit ihm und Ava telefoniert. Immerhin weiss sie noch, wer ich bin. :)

Ich freue mich auch jedes Mal, wenn ich hier Kakadus sehe. Sie sind überall und ich finde sie wunderschön. Ich finde es toll, sie beobachten zu können. Australier sind daran gewohnt, aber für mich ist es faszinierend. Genauso Kängurus. Sie liegen hier überall am Strassenrand und alle sind nur genervt von ihnen. Oft sieht man sie auch hier bei uns auf der Farm und ich freue mich jedes Mal. Wir haben hier auch diese Riesenechsen und auch diese erheitern mich. Es ist eben alles so anders und genau das fasziniert mich. 

Weihnachten fahren wir übrigens zusammen mit Eric nach Surfers Paradise. Dort bleiben wir fünf Tage und dann fahren wir für Silvester nach Noosa (Sunshine Coast). Ich freue mich darauf. Es wird auf jeden Fall anders und ich weiss nicht genau, wie ich mich dann fühlen werde. In manchen Momenten, wenn es hier wieder furchtbar heiss ist, dann wünsche ich mir die Kälte Deutschlands. Vielleicht nur für einen Tag, aber es ist komisch, dass es hier nie so kalt wird. Ich werde aber auf jeden Fall Weihnachten und Silvester an euch alle denken. Es wird solo komisch, da bin ich mir sicher.

Ansonsten werde ich hier wohl auch zur Fussballspielerin. Die Familie spielt in einem Team und jeden Montag fahren wir dann nach Chinchilla um gegen ein anderes anzutreten. Am Montag habe ich das erste Mal mitgespielt und ich habe absolut keine Ahnung von diesem Spiel. Es war ein bisschen deprimierend immer ahnungslos rumzulaufen, aber immerhin haben wir mir ein Tor zu verdanken. Ich stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Ball prallte an meinem Bein ab und landete im Tor. Hehe. Am nächsten Tag konnte ich dann aber die Folgen spüren. Ich hatte so einen heftigen Muskelkater, dass ich weder gehen noch mich setzen konnte. Ich muss also fitter werden! Definitiv.

Warten vor dem Spiel.

Ich schreibe schon wieder viel zu viel. Also, das war's für heute.

Ich denke an euch,
eure Tini.

PS: Ich bekomme immer mehr Namen hier. Pat zum Beispiel nennt mich meistens "Kristy". Nun ja, ich gewöhne mich an alles.

Donnerstag, 8. November 2012

Welcome to Chinchilla.

Hallo meine Lieben,

hier nun mein erster Post ueber meine neue Arbeit auf der Farm.
Ich bin jetzt fast eine Woche hier in Chinchilla (bzw. eine halbe Stunde davon entfernt) und zu Beginn war ich einfach nur geschockt. Ich betrat das Zimmer und wollte eigentlich wieder abreisen. Überall Spinnenweben, Dreck und solch Kram. Ich habe mich so unwohl gefühlt. Als ich das Bett sah, war alles vorbei. Die Matratze war komplett durchgebogen und ich habe deswegen immer bei Jonas geschlafen.
Wir wurden dann einen Tag nach meiner Ankunft von Rob und Tamara (die Chefs) zum Abendessen eingeladen und wir haben uns viel unterhalten und sie haben uns viel gezeigt. Es war ein sehr netter Abend. Wir haben auch angesprochen, dass meine Matratze schlecht ist und ob ich vielleicht eine andere bekommen koennte, da ich eh immer schon Rückenschmerzen habe. Und siehe da, ich bekam eine nagelneue. So gut!

Ja, nun aber mal zur Arbeit hier. Jeder Tag beginnt für uns um 7.30 Uhr. Wir fahren dann zu den Teichen und füttern die Fische. Das heisst wir schleppen eimerweise Fischfutter zu den Fuetterern, zaehlen die toten Fische, schreiben alles auf und machen sauber. Einige der sogenannten raceways muessen wir per Hand fuettern und das kann auch schon mal eine viertel Stunde dauern (pro Eimer). Ach ja, und nicht zu vergessen der Sauerstoffgehalt. Der muss auch täglich 2x gemessen werden. Wir haben wir zwei grosse Teiche und einen kleinen für die kleinsten Fische. Man braucht ungefähr eine Stunde dafür, wenn alle helfen.
Danach arbeitet jeder an der Wochenaufgabe. Jonas und ich bauen gerade irgendwelche aeration-Teile. Die sind fuer die Luftzufuhr im Teich. Zwischendurch fallen aber immer wieder andere Sachen an. Wir konnten noch nicht durchgängig daran arbeiten, weil wir anderen halfen oder andere Aufgaben bekamen. Das klingt alles so verwirrend oder? 
Auf jeden Fall haben wir um 10 Uhr dann eine halbe Stunde Frühstückspause und danach geht jeder wieder seiner Arbeit nach. Mittag ist dann gegen 1pm. Diese Stunde wird uns geschenkt und nicht als Pause gewertet. Um 4pm wird dann wieder gefuettert und dann ist der Tag für uns auch schon um. Diese Woche hatten wir meistens gegen 5.30pm Schluss. 
Heute war zum Beispiel harvest day. Das heisst wir holen die Fische aus den Teichen, sortieren sie aus und packen sie in einen grossen Tank damit wir sie einen Tag spaeter verpacken koennen. 

Ich bin wirklich fertig. Dieser Umschwung von wenig zu viel Bewegung macht sich wirklich bemerkbar. Mir tut alles weh und ich merke jeden einzelnen Knochen. Aber ich denke, das haelt mich fit, also werde ich nicht so viel jammern.

Ich habe bestimmt so viel vergessen, was die Arbeit hier angeht... Ich bin sogar schon LKW und einen riesigen Radlader gefahren. Ach ja, und unsere alten Autos hier. Das ist wirklich lustig, weil fast nichts daran funktionert. Sie sind wirklich assbach uralt und total kaputt, aber es macht Spass damit zu fahren. 

Ansonsten sammeln wir oft Geckos ein, wenn wir abends welche finden. Pat, der Ire, gibt ihnen dann Namen und hofft, dass sie die Spinnen hier fressen. Bisher sehe ich aber noch keinen Unterschied. Bis jetzt haben wir Guy, Richie und Fluffy in unserem Wohncontainer. Ach ja, die Mitbewohner. Pat und Marie kommen beide aus Irland. Sie ist Krankenschwester und wir alle fragen sie um Rat, wenn wir uns schneiden oder verletzten. Das ist praktisch. Pat ist super durchgeknallt, aber lustig. Dann ist da noch Eric, er kommt aus Kanada und ist 20 Jahre alt. Er ist auch lustig und wir verstehen uns alle gut. Spielen abends oft zusammen Karten oder so.

Mehr faellt mir dazu auch erstmal gar nicht ein. Ich wette, es gibt noch viel mehr, was man erzaehlen kann, aber momentan ist nichts weiter in meinem Kopf.

Also, ich hoffe, ihr koennt euch ungefähr vorstellen, was wir hier so machen. 

Alles Liebe,
eure Tini.

Donnerstag, 1. November 2012

See you!

Hey meine Lieben,

fuer mich heisst es Abschied nehmen, denn ich fahre morgen nach Chinchilla, wo ich nun arbeiten werde.

Was habe ich also in den letzten zwei Wochen erlebt. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum erinnern. Die Zeit vergeht hier wie im Flug.

Letzte Woche war ich komplett allein mit den Kids. Es war wirklich nicht einfach. Am Anfang dachte ich einfach nur, dass es so schwer nicht sein kann, aber wenn man den ganzen Tag niemanden zum reden hat, dann wird es schwer. Ich war so froh, dass diese Woche um war, denn ich wusste, dass Chris bald wieder da ist und auch Kathie hatte diese Woche Urlaub. Geplant war nach Byron Bay zu fahren, um ein paar Tage rauszukommen. Ich habe mich sehr darueber gefreut, denn ich habe nur gutes ueber den Ort gehoert und wollte unbedingt mal dorthin. Die Stadt ist wirklich toll, aber es war trotzdem kein schöner Aufenthalt...
Alles begann damit, dass Chris und ich am Dienstag Surfunterricht hatten. Es war wirklich toll und hat unglaublich Spass gemacht. Und ich habe mich besser angestellt als erwartet. Ich konnte ein paar Male aufstehen und ein bisschen surfen. Chris hat sich nicht ganz so gut angestellt, aber Uebung macht ja bekanntlich den Meister. Er wollte dann eigentlich noch Helikopter mit mir fliegen, aber Kathie wollte, dass ich bei ihr mitfahre und somit wurde daraus nichts. Die beiden sind momentan nur am streiten und projezieren vieles auf mich. Wir sind dann also nach Byron Bay gefahren und Chris wollte spaeter kommen, weil er noch etwas erledigen wollte, aber letztendlich kam er nicht, weil die beiden per Telefon stritten. Ich stand die ganze Zeit irgendwie dazwischen und es war einfach eine unangenehme Spannung im Apartment. Kathie war die ganze Zeit super pissig. Ja, ich kann verstehen, dass man nicht gluecklich ist, wenn man sich fast trennt, aber ich habe damit nichts zu tun.
Ich bin also fast ausschliesslich am Strand gewesen, habe mich gesonnt und das Wetter genossen. Gestern Abend erschien er dann doch ploetzlich und wir sind Essen gegangen. Aber selbst da war es nicht angenehm. Die beiden stritten ueber alles und ich bin irgendwann einfach gegangen, weil es mir zu viel wurde. Ja, das waren also meine zwei Tage in Byron Bay...

Ich bin momentan mehr als glücklich nach Chinchilla zu gehen. Es nervt mich einfach, dass ich da mit reingezogen werde. Als ich die Woche allein zu Hause war, hat Chris öfter angerufen und ich war froh darüber, denn ich konnte endlich mal mit jemandem reden. Aber Kathie sprach mich eines Abends an und sagte mir, dass sie nicht will, dass Chris und ich Kontakt haben. Oh man, ich stehe also zwischen zwei Fronten. Ehrlich gesagt, kann ich nicht mit beiden gleichzeitig umgehen. Wenn ich mit Kathie allein bin, dann koennen wir immer reden und zusammen lachen. Wenn ich mit Chris alleine bin, ist es genauso. Aber wenn beide hier sind, dann geht es gar nicht. Sie macht mich fuer ihre Probleme verantwortlich, obwohl ich nichts dafuer kann. Ja, ich freue mich auf Chinchilla!

Ja, das soll es erst einmal gewesen sein. Ich muss nun weiter packen und ich weiss nicht, wie ich alles in meinen Rucksack bekommen soll. :)

Macht's gut!

Eure Tini <3

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Es geht bergauf!

So, es gibt mal wieder etwas neues!

Wo fange ich an. Zuerst zu meinem Wochenende. Am Samstag war ich in Surfers Paradise und wie der  Name schon erahnen lässt, war ich natürlich am Strand. Blöderweise hatte ich meinen Bikini vergessen und musste vor meinem Strandbesuch erst shoppen gehen. Oh, was für ein Pech. ;) Ich kaufte mir also einen neuen Bikini und Shorts, weil ich mich in meinem Kleid einfach nur unwohl fühlte. Bin jetzt wohl eher ein "Shorts-Girl". Kleider gehen irgendwie nicht mehr. Nicht hier. Wenn man sich so viel bewegt und mit Kindern unterwegs ist, machen sich kurze Hosen einfach besser.
Nun dann, ich genoss noch eine Pizza mit Strandblick und legte mich dann endlich in den Sand. Es war sooo schön. Wenn ich daran denke, dass es in Deutschland schon kalt wird... Hehe. Ich habe noch immer nicht ganz realisiert, dass ich hier bin. Alles scheint so normal zu sein. Aber es ist toll!!
Kathie und die Kids waren bei einem Kindergeburtstag und somit hatte ich den ganzen Tag für mich.

Surfers Paradise

Strandsand - Sandstrand

Am Sonntag war ich dann beim Whale Watching, was Kathie für mich organisierte. Es war sehr interessant und die Wale so nah zu sehen war großartig. Es gab nur eine leichte Seekrankwarnung, aber wenn das "leicht" war, dann möchte ich lieber nicht wissen, wie es anders aussieht. Ich hatte ein bisschen mit mir zu kämpfen, habe aber alles gesund und munter überstanden. Danach hatte ich noch Eintritt zu "SeaWorld". Dort konnte ich dann all die Tiere beobachten, die mit dem Wasser zu tun haben. Unter anderem war ich bei einer Seelöwen- und einer Delphinshow. Sehr sehr toll!!!

Delphine in Aktion

Und dann war mein Sonntag auch schon wieder vorbei. Aber es war ein sehr schönes Wochenende.

Ja, was gibt es sonst zu erzählen. Am Montag war Kathie über Nacht weg, weil sie eine Schulung hatte und ich war mit Kobi allein. Es lief Gott sei Dank alles gut und seine kleine Heulattacke konnte ich schnell wieder in den Griff bekommen. Ich hatte dann sein Babyphon in meinem Zimmer und war  tausend Mal in der Nacht wach, weil er Geräusche von sich gab und ich jedes Mal Panik hatte, dass etwas falsch sei. Gott, ich war so müde am Dienstag! Chris kam in der Nacht von Montag zu Dienstag nach Hause und als er morgens wach war, umarmte er mich, weil er sah, dass ich müde und traurig bin. Ich bin immer wieder überrascht, wie herzlich die Familie ist! Und genau deswegen ist mein schlechtes Gewissen auch so riesig, weil ich die Familie in 3 Wochen verlassen werde. Es war so schwer es den beiden zu sagen. Es ist mir einfach zu anstrengend. Ich möchte nicht die nächsten 4 Monate gestresst und müde sein. Das Problem ist, dass ich hier nichts machen kann. Wir sind meistens drinnen, weil man auf dem Hof nicht wirklich spielen kann und wir sind auf einem richtigen Dorf. Hier ist nichts. Wir können nirgends hingehen. Gestern habe ich den beiden also von meiner Entscheidung erzaehlt und sie können es absolut nachvollziehen. Es war sehr schwer für mich, weil ich die Familie wirklich sehr mag und ich musste einfach heulen, weil ich nicht alles sagen konnte, was ich wollte. Und Kathie fragte einfach nur: " Möchtest du eine Umarmung?" Dann sprang sie auf und nahm mich in den Arm. Sie sagten mir immer wieder, dass ich meinen Job hier wirklich gut mache und dass es überhaupt nicht schlimm sei. Sie verstehen, dass ich mich allein fühle und dass es mit den 2 Kids zu stressig ist. Momentan ist Kobi in der Phase, dass er nicht auf mich hört und Alexis zahnt und ist nur am schreien und heulen. Und deshalb gehe ich nach Chinchilla, zu Jonas. Er hat dort einen Job für mich organisiert und ich werde dann dort auf einer Fisch- und Rinderfarm arbeiten. Was genau mich dort erwartet, weiss ich noch nicht, aber ich habe mehr Freiheiten, weniger Kindergeschrei und vor allem jemanden zum Reden. Puh, ja. Ich wollte bestimmt noch viel mehr berichten davon, aber momentan fällt mir gar nichts mehr ein.
Chris lernt gerade Schimpfwörter von mir, weil er sie unbedingt wissen möchte. Er sagte auch, dass sie mich vermissen werden, weil sie mich lieb gewonnen haben. Und das in der kurzen Zeit. Es ist wirklich immer lustig mit ihm. Er bot mir auch an, dass er mich nach Chinchilla fahren könne, da er da eh durchfährt, wenn er wieder zur Arbeit muss. Viel zu nett!
Ich erzaehlte ihm auch, dass ich meinen alten Laptop hier verkaufen möchte, weil er einfach zu viel Gewicht nimmt und er meinte sofort, dass sie ihn mir abkaufen, damit ich weniger Stress habe. Sie sind so herzlich. Warum sind nicht alle so? Ganz ehrlich, wir Deutschen sind absolut nicht so. Ich war heute auch noch auf einem Skywalk in Tamborine. Man konnte dort auf einem Weg den Regenwald besichtigen. Sehr interessant und wundervoll anzusehen und eine ältere Dame fragte mich sofort, ob sie ein Foto von mir machen soll, damit ich auch mal mit drauf bin. In Deutschland muss man andere fragen, da kommt niemand auf dich zu. Sie erzählte mir auch noch, dass sie auch mal Urlaub in Deutschland gemacht haben und dass sie es wunderschoen fanden. :) Ich habe auch Chris die Fotos von Weitendorf gezeigt und er war auch absolut begeistert! Also Papa, Lob an deine Fotos!

Regenwald

Ja, ich weiss, ich habe Haare im Gesicht.

Wundervoller Ausblick! Von dort springen die Leute mit ihrem Paraglider.
Wir waren auch noch in einem kleinen Restaurant (St Bernards) und dort war ein wundervoller Garten. Und überall Amarillis. Ein Traum für alle Frauen! Dort haben wir ein Glas Wein getrunken, weil es dort auch viele  Weingüter gibt. Köstlich!!! Chris' iPhone hatte auch keine Batterie mehr und die Besitzer schlossen es sofort an ein Ladegerät. Absolut normal für die. Wir trafen auch noch eine Frau aus Holland, die dort wohnt und als Malerin arbeitet. Sie konnte wirklich gut Deutsch sprechen und sagte auch, dass Australien das beste Land sei um dort zu leben. Und es ist wirklich toll hier. Natürlich ist so viel anders, aber die Mentalität gefällt mir sehr. Alles ist entspannter und herzlicher. Überall wird man begrüßt mit: "Hallo, wie geht's dir? Was kann ich für dich tun?" Und die Frage nach dem Befinden ist nicht nur Floskel, sondern eine Frage, auf die eine Antwort "verlangt" wird.

"Allie", schlafender Riesenhund, Alexis und Kobi
"Allie" und Kobi

Chris, Kobi, Weißwein und im Hintergrund Alexis
Zur Abwechslung mal ein Lachen.
Gärten in St Bernards
Blumentraum!

Ohje, ich schreibe schon wieder viel zu viel. Ich muss lernen mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aber ich erlebe eben so viel!

Gut, dass reicht für heute. Ich muss schlafen. Also bis bald!

Herzlichst,
eure "Allie".


Freitag, 12. Oktober 2012

Wo ist der Ausgang?

Uff, das nenne ich zwei anstrengende Wochen...

zuerst einmal: ich nehme ALLES zurück, was ich über Alexis gesagt habe. Sie ist der Teufel in Person. Ein sehr kleiner, aber sie ist einer.

Aber ich fange besser von vorne an.
Die Woche mit Chris war im Gegensatz zu dieser sehr gut. Zwar haben die Kinder alles versucht um nicht das zu tun, was sie sollen, aber diese Woche hat alles getoppt.

Wenn Chris hier ist, dann unternehmen wir immer etwas. Wir waren mit den Kindern schwimmen, an der Gold Coast und er zeigt mir viel hier in der Nähe. Wir sind dann meistens unterwegs, weil er möchte, dass ich rauskomme. Ava, seine Tochter, ist sehr süß und eine gute Hilfe. Sie kann Sachen holen und kann sprechen. Das erleichtert so einiges. Manchmal zickt sie ein bisschen rum, aber letztendlich hört sie doch auf mich und sie scheint mich sehr zu mögen. Selbst Chris war verwundert, wie schnell sie sich an mich gewöhnt hatte. Am Montag ist er dann wieder zur Arbeit gefahren, aber Kathie blieb zu Hause, weil wir alle krank waren und einige von uns sind es noch immer. Kobi geht es besser. Er hat nur diese eklige Rotznase, die er immer versucht an mir abzuwischen. Kathie ist ständig übel, weil sie schwanger ist. Ich habe Schnupfen, Kopfschmerzen und Bauchweh, aber so wild ist das alles nicht. Alexis aber schreit den ganzen Tag nur rum. Wir wissen einfach nicht, woran es liegt. Vielleicht daran, dass sie Zähne bekommt ... Keine Ahnung. Selbst Kathie ist ratlos.

Als ich ankam, war Alexis so ein ruhiges Baby. Sie lag stundenlang auf dem Boden und war glücklich. Und jetzt ist dieses Baby nicht mehr da, jemand muss es getauscht haben. Gott, es ist nicht einfach mit ihr. Ich weiss nicht weiter. Kathie hat mir auch angeboten, dass ich gehen kann, wenn ich es nicht aushalte. Und vielleicht werde ich das auch tun. Natürlich nicht sofort. Aber wenn sich etwas anderes findet, dann nehme ich das an. Ich bin immerhin in Australien um glücklich zu sein. Nicht um jeden Tag gestresst und totmüde ins Bett zu gehen. Ich habe fast jeden Abend Kopfweh, weil ich diese Kindergeschrei nicht aus dem Kopf kriege. Ich habe heute kurz versucht mit Chris zu telefonieren und es ging einfach nicht. Ich habe nichts hören können und musste das Gespräch beenden. So darf das nicht laufen. Ich muss mir Gedanken machen, wie es weitergeht.

Morgen habe ich dann endlich mein Wochenende und ich kann ein bisschen Abstand von den Kindern gewinnen. Ich werde den Tag voraussichtlich an der Gold Coast verbringen. Und am Sonntag werde ich dann zum Whale Watching und danach Sealife. Kathie hat das für mich organisiert und ich freue mich sehr darauf. Endlich rauskommen. Und am Dienstag ist Chris ja dann auch schon wieder da! Guuut.

So viel zu meinen letzten zwei Wochen. Ich versuche das hier noch ein bisschen auszuhalten.

Bis dahin alles Liebe,

eure Tini.

PS: Kobi kann meinen Namen einfach nicht aussprechen. Tini. Es ist nicht so schwer oder? Besser als Christin, aber er nennt mich trotzdem durchweg "Allie". Nun gut, dann bin ich eben Allie.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Jimboomba.

Hey ihr Lieben,

ich wollte euch nur kurz über meinen neuen Job informieren. 
Ich bin jetzt seit Samstag Nacht hier in Jimboomba. Es ist ein Dorf, nichts als Häuser. Man kann also nicht viel sehen bis auf lustige Vögel und eine Million ekliger Insekten.
Meine Gastmutti, Kathie, ist sehr lieb und ich komme gut mit ihr aus. Sie ist noch ziemlich jung denke ich. Ich wollte nicht gleich fragen. ;) 
Den Gastpapa, Chris, habe ich erst heute kennengelernt, denn er arbeitet 7 Tage in den Mienen, dann ist er eine Woche zu Hause. Lustigerweise hat er weniger Ahnung als ich hier im Haushalt. Er weiss nicht, wann die Kinder ins Bett sollen oder was er ihnen zu essen geben soll. Er ist sehr daran interessiert, was ich so in Deutschland gemacht habe und er ist sehr nett. Er sagte mir auch gleich, dass die Familie natürlich alles versucht um mir eine schöne Zeit zu bereiten. Wenn ich etwas sehen möchte, dann brauche ich nur Bescheid sagen und wir würden einen Ausflug unternehmen. Und wenn ich etwas besonderes essen möchte, dann brauche ich natürlich auch nur Bescheid sagen.

Ja, wie sieht mein Alltag jetzt aus. Ich muss gegen 6.30 Uhr wach sein, weil die Kinder dann meistens aufwachen. Dann mache ich die Flasche für Alexis fertig und wenn die beiden dann anfangen zu schreien, dann weiss ich, dass sie aus ihrem Bett wollen. Wickeln, anziehen, spielen. Dann kommt das Frühstück. Pampe für die Kleine und einen Joghurt oder Früchte für Kobi. Er isst leider nicht sehr viel, das nervt ein bisschen. Dann wieder spielen und alles sauber machen. Dann wird die Kleine auch bald wieder müde, also ab ins Bett. Man muss immer ein bestimmtes Gerät anschalten, weil beide Asthma haben und sie manchmal aufhört zu atmen. Hört sie also auf, dann geht ein Alarm an. Ansonsten ist Alexis aber sehr einfach. Wenn sie schreit, dann hat sie entweder Hunger, volle Windeln oder sie ist müde. Sie ist im Gegensatz zu Kobi, der hyperaktiv zu sein scheint, sehr einfach. 
Neben den Kindern muss ich dann noch alles sauber halten, die Tiere (Pferd und Bulle) füttern und mit den Hunden Gassi gehen. Lola ist noch ein Welpe und sehr niedlich. Und Susi, der andere Hund, ist ein bisschen abgedreht. Sie springt Trampolin. Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der Trampolin springt. :)

Ja, mehr fällt mir gerade gar nicht ein. Es ist mein erster Tag ohne Kathie, weil sie heute arbeiten ist. Eigentlich läuft es noch ganz gut. Chris ist auch zu Hause und spielt auch ab und zu mit den beiden. Kobi will heute einfach nicht schlafen, weil er so aufgeregt ist seinen Daddy endlich wiederzusehen. Jeez! Er ist anstrengend heute. 

Nun dann, ich kümmere mich mal weiter um alles hier. Pause ist vorbei.

Bis dahin,
eure Tini.

Donnerstag, 27. September 2012

Die letzten Tage in Sydney.

Es geht für mich in kürzester Zeit nach Brisbane!

Natürlich haben wir noch einiges erlebt und davon möchte ich euch nur zu gern berichten.
Dieses Mal wird es nicht nur Text, sondern auch ein paar Fotos geben. 

Jonas und ich schlendern ab und zu durch ein paar Geschäfte oder Einkaufszentren, denn davon gibt es hier reichlich. Ich bin immer noch ein wenig geschockt, was ich in einem Laden sah. 

Hundekuchen

Der Laden wurde von Asiaten bedient und ich denke, das Klischee ist erfüllt. Es ist ja gar nicht böse gemeint, aber wer kommt auf die Idee einen Kuchen in Hundeform zu backen? Irgendwie ganz schön gruselig.

Ansonsten konnten wir noch eine tolle Ausstellung hier in Sydney geniessen. "Art & About" nennt sich diese. Es geht darum, dass Kunst an ungewöhnlichen Orten gezeigt wird. 
Ein Projekt heisst "I wish you hadn't asked"- "Ich wüschte du hättest nicht gefragt". Dabei handelt es sich um ein kleines Haus für zwei Menschen. Es ist ganz normal eingerichtet. Eine Stube mit Fernsehecke, einem Esstisch, ein paar Schränke. Weiterhin ein Badezimmer, eine Hauswirtschaftsraum und ein Schlafzimmer mit Ehebett. Alles ganz normal, aber genau das soll es nicht sein. Besucher, die sich umsehen möchten, müssen ihre Schuhe und Socken ausziehen und dürfen das Haus nur im Regenmantel betreten. Warum? Weil es dort regnet. Ja, von der Decke kommen Millionen Regentropfen. In der Beschreibung heisst es: "Es gibt einen Moment in einer Beziehung, in dem etwas gesagt oder getan wurde, dass nicht mehr zurückgenommen werden kann - dann setzt die Fäulnis ein. Gehen Sie in dieses normale Haus, in dem Regen von den Wänden fällt und nach und nach die private Welt innendrin zerstört." Ich konnte Jonas endlich überreden, denn ich dachte, es sei bestimmt lustig und ich wollte es unbedingt ausprobieren. Es klang so interessant. 
Drinnen war bereits ein kleines Chaos entstanden, denn das Haus stand schon ein paar Tage. Alles war klitschnass und überschwemmt. Es war gar nicht lustig, sondern wie ich finde sehr sehr ernst. Niemand ausser uns war dort drin, aber es sah eben doch bewohnt aus. Auf dem Tisch stand noch die Nähmaschine (die gute Singer - ich hätte sie am liebsten gerettet und mitgenommen) und es war sogar dekoriert. Man hatte wirklich den Eindruck, dass dort etwas passiert ist, dass dort Menschen waren und nun eine Katastrophe entstanden ist. Man war so hilflos - man konnte nichts machen. Ich finde den Gedanken daran immer noch schauerlich. Es hat mich ehrlich gesagt sehr mitgenommen und ich habe darüber noch sehr lange nachgedacht. Ihr alle hättet das auch erleben müssen. Ein grandioses Projekt, dass die Augen öffnet, das zeigt, wie langsam alles zerstört werden kann. Der Auslöser ist unbekannt, aber doch reicht eine Kleinigkeit. "I wish you hadn't asked" - Eine Frage allein kann solch ein Chaos bewirken.

Es ist nicht dasselbe Haus, aber der Effekt ist genauso.

Es gab aber noch viele weitere tolle Dinge zu sehen. In ganz Syndey findet man Kunst. Im Park stehen grosse Verkehrstafeln, auf denen Smileys aufblinken. In der Beschreibung heisst es: "Du läufst durch die Stadt. Du passierst eine elektronische Verkehrstafel. Du stoppst, gehst zurück, schaust sie dir noch einmal an. Nein, du hast es dir nicht eingebildet. Ja, sie lächelt dich an oder sagt dir vielleicht, dass du einfach die Füße hochlegen und relaxen sollst. Tatsächlich, gleich daneben steht ein bequemer Stuhl."
Ausserdem sind im Hyde Park Fotografien ausgestellt. Mein Lieblingsfoto heisst "Bunnies on a Line" - "Häschen auf der Leine".

Häschen.

Ich weiss nicht mehr genau wann, aber Jonas und ich gingen wieder ins Hostel zurück und es war schon dunkel. Als wir in den Park sahen, schaute uns ein riesiges Gesicht an. Wir wussten noch nicht, dass das auch zur Ausstellung gehörte, fanden es aber kurze Zeit später heraus. Ein weiteres Highlight für mich.

Gesicht im Baum.

Kennt jemand von euch die Bionade-Werbung? Denn was ihr auf dem Foto seht, war auch dort zu sehen und ich finde diese Idee einfach nur wundervoll!!

Bäume in Wolle.

Die nächsten Fotos gehören nicht mehr zur Ausstellung, aber das haben wir auch erlebt.
In der Nähe unseres Hostels gibt es einen Platz und das Ding ist dort zu sehen. Eine riesige Pusteblume aus Metall und Wasser. Ganz nett anzusehen eigentlich. Auch im Rotlichtviertel gibt es schöne Dinge.

Imposant.
Hinweis auf die Entfernung anderer Städte. Das sind dann wohl 16117 km bis nach Berlin.

Desweiteren haben wir es uns nicht nehmen lassen und sich auf die Harbour Bridge "geklettert". Über 100 Stufen ging es hoch und man konnte den Ausblick auf das Sydney Opera House geniessen. Und natürlich auf die Stadt.


Blick von der Brücke auf die Stadt und die Royal Botanic Gardens.

Gestern waren wir dann noch beim Opernhaus, wollten eigentlich eine Führung machen, aber ich dachte mir, dass ich sie irgendwann eh besuchen werde und somit genossen wir einfach den Ausblick. Man denkt immer, dass die Oper gar nicht so gross ist, aber ich kann euch sagen, sie ist riesig und gigantisch. Kein Wunder, dass man 10 Jahre brauchte um sie zu bauen. Das Foto haben wir neben dem Opernhaus geschossen.
Vor der Harbour Bridge mit Sturmfrisur.
Nun, mehr fällt mir zunächst gar nicht ein. Ich hoffe, ihr alle könnt die Begeisterung für diese Ausstellung mit mir teilen. Ich finde sie wunderbar!

Ich melde mich, wenn ich bei der Familie angekommen bin und arbeite. Falls ich es dann noch schaffe ein bisschen zu schreiben. 

Herzlichst,
Tini.


Freitag, 21. September 2012

Neues aus Sydney.


Dieses Mal fasse ich mich kurz, versprochen!

Ich wollte nur ein paar Neuigkeiten preisgeben. Einige von euch warten vielleicht doch gespannt darauf, anderen ist es egal. Wie dem auch sei.

Ich werde am 29. September nach Brisbane fliegen. Ca. 45 Minuten von Brisbane entfernt werde ich dann arbeiten. Als Nanny. Meine Aufgaben werden dann Babysitting und Housekeeping sein. Das heißt, dass ich den ganzen Tag auf zwei Babys aufpasse und nebenbei das Haus in Ordnung halten sollte. Ob ich das schaffe, ist dann die nächste Frage. Ich weiß leider noch nicht wirklich, was dort alles auf mich zukommen wird. Noch bin ich optimistisch und denke, dass ich das schaffe, aber nebenbei schleicht sich die Panik an. Ich habe mich darauf eingelassen und werde das nun die nächsten Monate machen. Minimal 4. Drückt mir einfach die Daumen, dass ich alles erledige. Und dass die Familie mit mir zufrieden ist. Das macht mir am meisten Angst. Ich kenne die Familie noch kein bisschen. Ich weiß nur, dass es zwei kleine Kinder gibt (beide noch nicht einmal 2 Jahre alt), ein paar Tage in der Woche kommt dann auch die 5 jährige Stieftochter und am Wochenende geht es dann immer zu Pferdeveranstaltungen. So habe ich das verstanden. Ich lasse mich dann wohl überraschen.

Nun, wie versprochen, ich halte mich kurz. Das war's erstmal von mir. Ich melde mich bald wieder.

Macht's gut ihr Lieben,
eure Tini.

Montag, 17. September 2012

Updates.


Hallo ihr Lieben,

nun möchte ich doch mal wieder ein paar Updates geben.

Zu unserem Wochenende.
Wir wechselten am Donnerstag das Zimmer, da wir nur eine Woche lang das Doppelzimmer hatten. Und diese Idee war wunderbar! Wir waren nun in einem 8-Betten-Zimmer mit drei britischen Mädels, einem Franzosen, einem Deutschen (der allerdings am Samstag abreiste) und einem weiteren Mädchen, das aber nie da war. Ich weiß nicht genau woher sie kam, ich glaube aber, dass sie eine Holländerin war. Es gibt hier sehr viele davon. ;)
Am Donnerstag besuchten Jonas und ich "Sealife". Es war ganz imposant. Vor allem dort, wo die Fische direkt über allen Menschen schwammen. Und wann sieht man schon mal einen Hai oder einen Rochen von unten. Nicht unbedingt sehenswert, aber imposant. :) Ich hatte uns einen Combopass besorgt, sodass wir 2 Sehenswürdigkeiten in Sydney besuchen konnten und dabei sogar Geld gespart haben. Hey, ist das nicht was? Leider konnten wir "Madame Tussauds" nicht gleich am Donnerstag besuchen, weil dort eine private Veranstaltung stattfand. Also gingen wir am Freitag dorthin. Es war teilweise enorm gruselig, weil die Figuren so echt aussahen. Ich wusste nicht, ob sie sich demnächst bewegen würden oder nicht. Ein mulmiges Gefühl. Und man traute sich nie wirklich Fotos zu machen, weil alle auch darauf warteten.

Ich muss mich an dieser Stelle auch gleich einmal dafür entschuldigen, dass es wohl kaum Fotos geben wird. Ich hatte 3 Jahre (oder sogar mehr) keine Kamera und bin es einfach nicht mehr gewohnt. Ich vergesse ständig den Apparat herauszuholen. Aber ich bemühe mich darum. Habt Geduld mit mir. :)

Der Freitagabend war dann endlich mein lang ersehnter Tag. Wir gingen mit Katie, Jess und Jasmin (die drei Britinnen) erst in einen Pub und dann in, naja, wie nennt man so etwas? Sagen wir eine kleine Minidisco. Enorm viele Menschen, viel zu wenig Platz und schlechte Musik. Wir entschieden dann, dass wir woanders hingehen wollen und suchten uns einen Electroclub. Juhuuuu! Es war zwar anders als in Deutschland, aber doch sehr schön. Viele Lieder konnte man nicht mitsingen/mitsummen, aber einiges kam uns doch bekannt vor. Nachdem wir also unsere überschüssige Energie vertanzt hatten, gingen wir zurück ins Hostel und gönnten uns Schlaf. Ohropax sind in so einem Zimmer übrigens ein Muss. Da die 3 Mädels jede Nacht unterwegs waren und spät "Heim" kamen, war das einer meiner besten Einfälle. Ich konnte, im Gegensatz zu Jonas, immer sehr schnell einschlafen und wurde nicht wach, wenn jemand ins Zimmer kam.

Ansonsten bummelten wir den Rest des Wochenendes ab. Wir gingen in die Stadt und schauten uns einfach noch mehrere Sachen an. Und natürlich setzten wir uns in diesen wunderschönen Park. Ich finde es so schön dort einfach in der Sonne zu liegen. Als wir dort rumlagen, kamen auch zwei Polizistinnen vorbei. Jeder denkt sich jetzt: "Ja und? Interessiert keinen!", aber sie kamen mit einem Pferd. Ich habe so etwas eigentlich noch nie wirklich gesehen. Die beiden, oder besser gesagt die vier, gönnten sich eine Raucherpause und führten dann ihre Patrouille fort.

Heute mussten wir dann aus unserem Hostel auschecken. Ich hatte vorher schon in einem anderen reserviert, damit wir auch wirklich ein Zimmer bekommen. Es war einer der schlimmsten Wege, die ich bisher gehen musste. Es ging ziemlich bergauf und ich musste all meine Sachen tragen. Und es war nicht leicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich jede Minute zusammenbrechen würde. Ich werde eindeutig ausmisten hier. Oder meine Sachen solange tragen, bis sie total kaputt sind. Obwohl, es sind ja nicht einmal meine Sachen, die so schwer sind. Shampoo, Duschgel, Tool, Nagelzeug, Waschtasche, Laptop, Dokumente … Sowas hat viel Gewicht und das habe ich zu spüren bekommen. Wie dem auch sei, ich wollte ja eigentlich auf etwas ganz anderes hinleiten.
Wir hatten uns keine genaue Wegbeschreibung herausgesucht. Was heißt wir, ich, denn Jonas ist nicht so ein Organisationsmensch. Ich wusste nur den ungefähren Weg und wir sahen mal wieder ganz schön verloren aus. Dann kam ein älterer Herr auf uns zu und fragte uns, ob er nicht helfen könne. Und er fragte gleich, woher wir kommen. Germany. Und er antwortete auch prompt auf Deutsch: "Na, dann kann ick ja och Deutsch mit euch sprechen, wa!?" Er war sich nicht sicher, wo genau das neue Hostel war, gab uns aber den Tipp in einer bestimmten Strasse zu suchen. Er erzählte uns auch, dass er eigentlich auch Berliner sei, aber seit über 20 Jahren (wir wissen nicht genau wie lange, da ich 43 und Jonas 23 Jahre verstanden hat) hier in Australien wohnt. Er fragte auch, ob in Berlin noch alles in Ordnung sei und ich antwortete einfach: "Ja, in Berlin steht alles noch." Ich wollte eigentlich noch hinzufügen: "Bis auf die Mauer.", aber ich war mir nicht sicher, ob er es so verstehen würde. Danach erklärte er uns auch, wo wir Essen gehen können und wo nicht, denn immerhin sind wir hier in Sydneys Rotlichtviertel. Haha, wir haben das auch erst hier erfahren. Ziemlich süß, dass er sich so um uns kümmerte. Wir verabschiedeten uns und fanden auch kurz danach das neue Hostel. Wenige Minuten später kam er noch einmal ins Hostel um sich zu vergewissern, dass wir es auch gefunden haben. Ein sehr sympathischer Mensch. So sehe ich das jedenfalls.
Aber nun zum Hostel! Es ist viel besser als das andere. Es ist sauberer, organisierter und die Duschen funktionieren endlich einmal einwandfrei. Man kann das Wasser normal einstellen und aus dem Duschkopf kommt ein normaler Strahl. Keine blöden Tröpfchen. Bei meinen Haaren dauerte es manchmal Ewigkeiten bis all der Schaum raus war. Es gefällt uns gut hier. Erstmal bleiben wir 2 Nächte hier. Und dann werde ich sehen, ob ich nun den Job hier in Sydney bekomme oder nicht. 

Ich bin sehr gespannt und aufgeregt. Ich mag die Stadt, die Leute und ich möchte jetzt ungern auf ein Dorf ziehen. Damit meine ich das Angebot aus Brisbane. Es liegt nicht einmal in Brisbane, sondern eine Stunde davon entfernt. Mhm, drückt mir einfach die Daumen. Ich werde heute noch ein paar Seiten lesen und dann ab ins Bett, damit ich auch fit bin. Ich hatte noch nie ein Bewerbungsgespräch. Ich habe wirklich unglaublich grosse Panik!!

Aber nun ist erst einmal Schluss. Ich schreibe viel zu viel. Also, drückt mir die Daumen!!

Ich denk' an euch. Die herzlichsten Grüße! 

Eure Tini.

Freitag, 14. September 2012

Ein kleiner Einblick.

Flughafen Seoul

Ausblick aus dem Hyde-Park

Sydney Opera House!

Sie erinnerte mich daran, wie Mo im Geschirrspüler hing.

Ausblich vom Taronga Zoo auf die Stadt

Elefantis für Riki

Gelangweilt von all den Menschen.

Blick von der Fähre.

Wombats für Papi

Gähnende Schildi

Königlich.

Ich hätte ihn in meiner Abizeit kennenlernen sollen.

Zu Gast bei Oprah.

Ich schaffe es nicht ansatzweise so grazil auszusehen. Es ist aber auch eine schwierige Sache, wenn alle zusehen und auch zu ihr wollen.

So, are u ok? Der Pilot schien gute Laune zu haben und erfreute mich damit auch.

Sehr hilfreich in der Großstadt. 

Nicht schön, aber selten.