Mittwoch, 12. Dezember 2012

Nahtoderfahrung in Chinchilla

Ihr Lieben,

es gibt mal wieder etwas, was ich euch berichten kann.
Gestern mussten wir die Rinder alle eintreiben, denn es sollte ein Truck kommen, um sie abzuholen. Es war die letzte Chance, um sie verkaufen zu können. 
Die Farm ist riesig, viel viel groesser als ich dachte und alle Rinder laufen frei herum. Es gibt zwar Tore und Zäune, aber letztere sind oftmals niedergetrampelt und die Tore sind immer offen.
Unsere Aufgabe war es dann genug Rinder in die Gatter zu treiben, damit wir diese sortieren können. Ich bin an diesem Tag bestimmt über 5 km gelaufen, weil die Rinder überall im Wald waren und wir sind da irgendwie rausbekommen mussten. Es war wirklich nicht mehr lustig. Ich hatte einfach nur noch Durst und ich hatte überall Kletten in meinen Schuhen. Ich wurde auch fast von einem wegrennenden Känguru umgerannt, aber es hat mich Gott sei Dank nicht getroffen.

Wie dem auch sei, wir hatten endlich genug Rinder im Gatter und das Sortieren begann. Ich muss dazu sagen, dass ich absolut panische Angst vor Rindern habe. Das muss wohl an meiner Kindheit liegen und an den aggressiven Kühen in Weitendorf. Man gab mir dann die Aufgabe das Tor für diejenigen Rinder zu öffnen, die auf der Farm bleiben. Ich stand stundenlang in einem Gatter zusammen mit Kühen, Bullen, Stieren und Kälbern und musste mein Tor immer öffnen, wenn ein Rind auf mich zurennt und zu Hause bleiben darf. Ich bin wirklich fast vor Angst gestorben. Wenn mich ein Rind anstarrt und langsam auf mich zukommt, dann gehen bei mir die Alarmglocken los und ich möchte am liebsten über den Zaun springen. Einer der schlimmsten Momente war der, in dem eine Kuh auf mich zurannte, selber schon Panik und man sagte mir zu spät, dass diese in mein Gatter kommt und als ich dabei war das Tor zu öffnen, rannte sie mich fast über. Ich habe schon fast mein Ableben gesehen. Mein Puls ist schlagartig von durchschnittlichen 55 auf wahrscheinlich 150 gestiegen. Zwischendurch sind einige Bullen und Stiere absolut durchgedreht, gegen die Zäune gesprungen und haben sogar einige Metallteile verbogen.
Ich hasse Kühe und Rinder einfach, das wird sich wohl nie ändern. Ich dachte, ich könnte mich meiner Angst stellen, aber nein, es ist schlimmer als vorher.

Als endlich alle sortiert waren, mussten wir sie dann einzeln durch einen kleinen Gang führen, da einige von ihnen noch Ohrmarken brauchten. Ich habe noch immer das aggressive Schnaufen einiger Bullen und Stiere im Ohr. Es war grausam. Sie versuchen wirklich alles um dort herauszukommen. Man sah Rinder übereinander gestapelt, am Boden liegend und panisch. Und meine Panik stieg dann auch in dem Moment, in dem mich dieses schon etwas größere Kalb einfach mal überrennen wollte! Und ich mache keine Scherze. Beim ersten Mal dachte ich, dass es nur aus Angst in meine Richtung rannte, aber als es dann permanent auf mich zuraunte und versuchte mich umzulaufen… ich bin dann gegangen. Das war mir einfach zu viel. Kasey gab nach einer Weile auch zu, dass es wirklich nur mich jagt und versucht umzuboxen. Ganz ehrlich, es war ein Kalb. Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, Kühe seien nicht aggressiv. Sie sind es. Definitiv. Und ich traue ihnen kein Stück mehr. Vielleicht einer Kuh, die ich selber aufgezogen habe, aber nicht diesen Viechern hier. 
Einer der fettesten Bullen ist sogar über den Zaun gesprungen. Ich habe einfach keinen Schimmer, wie er das angestellt hat. Beim nächsten Mal helfe ich da nicht und gehe lieber Fische ernten oder so. Rob, mein Chef, wurde 2x angegriffen von den Rindern und er konnte sich nur dadurch retten, dass er über den Zaun sprang und dann eher unsanft auf seinem Hinterteil landete. 
Rinder sind bei mir also auf der roten Liste. Absolut!

Das wollte ich euch erzählt haben. Mehr gibt es auch nicht wirklich.

Herzlichst,
eure Tini 

Freitag, 7. Dezember 2012

Noch immer in Chinchilla.

Meine Lieben,

nun lasse ich mal wieder etwas von mir hören.

Die Tage bzw. die Wochen vergehen ziemlich schnell. Gestern war sogar schon Nikolaus und ich habe den anderen morgens etwas in den Schuh gesteckt. Grosse Verwunderung machte sich bei allen breit, denn sie kennen diese Tradition nicht. Immerhin haben sie sich bedankt. :)

Es ist unglaublich, dass ich nicht viel erzaehlen kann. Man macht an sich eh immer das Gleiche. Jonas und ich haben nun auch endlich unser Aeration-Projekt beendet. Es war einfach deprimierend. Alle Belueftungsteile waren im Wasser und doch hat nichts funktioniert. Wir mussten noch Gewichte anbauen und die Konstruktion umwandeln. Aber nach 5 Wochen soll es das nun endlich sein.
Gestern haben wir die letzten Gewichte angebracht und ich hatte eine eher unschoene Begegnung mit einer Schlange. Sie war riesig und braun und man sagte mir, dass diese Art sehr gefaehrlich ist und man nicht rennen soll, da sie sonst angreift. Das eizige, was mir in diesem Moment einfiel, war auf das Auto zu steigen, ganz langsam natürlich, und zu warten. Sie hob mehrmals ihren Kopf, starrte mich und entschloss sich Gott sei Dank dafür einfach weiter zu kriechen. Ich bin fast vor Angst gestorben, weil ich nicht wusste, was passiert. Als Jonas und ich dann im Wasser waren, haben wir durchgängig Ausschau nach ihr gehalten, weil alle Schlangen auch schwimmen koennen. Absolut keine schoene Arbeitsatmosphäre.

Gestern haben wir auch wieder zementiert (also eine Bodenfläche fertig gemacht), weil wir ein Büro aufbauen wollen. Ich hasse diesen Job, weil ich meistens nutzlos rumstehe. Ich habe einfach keine Ahnung, was ich machen soll, da die Maenner eh die ganze Zeit mit Schueppen und Harken rumhantieren. Aber das ist auch geschafft. Und einen netten Sonnenbrand auf meinen Beinen habe ich auch gleich dazu.

Wir haben momentan immer sehr heisse Tage und wir hatten keine Air Condiotioner in unseren Räumen. Es war wirklich furchtbar, weil man nur noch müde war und vor allem die ganze Zeit geschwitzt hat. Endlich haben wir welche in unseren Zimmern und es ist viel viel besser. Ich habe nur leider einen Schnupfen bekommen, weil Jonas seinen Air Con zu lange an hatte. Aber es ist ja Winter, da ist das was ganz normales.

Was kann ich noch berichten. Es passiert wirklich nicht all zu viel hier. Wir stehen morgens auf, gehen arbeiten, haben Feierabend und fahren manchmal nach Chinchilla um einzukaufen. Man ist abends ziemlich fertig, weil das Arbeiten in der Sonne nicht ganz so angenehm ist.

Letztes Wochenende waren wir dann noch an unserem kleinen See. Dort haben wir ein Seil, mit dem wir ins Wasser springen können. Das Wasser war unglaublich heiss und es fuehlte sich an als säße man in einem Whirlpool. Beim dritten Mal bin ich leider relativ schnell runtergeflogen, weil die Stange rutschig war und ich einfach keine Kraft mehr hatte. Ich bin so unfit. Aber ich versuche das hier ein bisschen in den Griff zu bekommen. Immerhin werde ich besser beim Fußballspielen und kann sogar schon ein bisschen Jonglieren. :)

Sonnenuntergang.

An Ausdruck und Körperhaltung muss noch gearbeitet werden.

Schoen festhalten!

Eric und Pat haben sich zu zweit getraut.

Heute ist Freitag, aber wir muessen leider am Wochenende arbeiten. Ich habe absolut keine Lust. :( Ach ja, und zum Abschluss bin ich heute noch ins Wasser gefallen. Oh man, das war wirklich peinlich.

Nun, mehr faellt mir gerade nicht ein. Seid nicht bös' mit mir.

Alles Liebe,
eure Tini.