es gibt mal wieder etwas, was ich euch berichten kann.
Gestern mussten wir die Rinder alle eintreiben, denn es sollte ein Truck kommen, um sie abzuholen. Es war die letzte Chance, um sie verkaufen zu können.
Die Farm ist riesig, viel viel groesser als ich dachte und alle Rinder laufen frei herum. Es gibt zwar Tore und Zäune, aber letztere sind oftmals niedergetrampelt und die Tore sind immer offen.
Unsere Aufgabe war es dann genug Rinder in die Gatter zu treiben, damit wir diese sortieren können. Ich bin an diesem Tag bestimmt über 5 km gelaufen, weil die Rinder überall im Wald waren und wir sind da irgendwie rausbekommen mussten. Es war wirklich nicht mehr lustig. Ich hatte einfach nur noch Durst und ich hatte überall Kletten in meinen Schuhen. Ich wurde auch fast von einem wegrennenden Känguru umgerannt, aber es hat mich Gott sei Dank nicht getroffen.
Wie dem auch sei, wir hatten endlich genug Rinder im Gatter und das Sortieren begann. Ich muss dazu sagen, dass ich absolut panische Angst vor Rindern habe. Das muss wohl an meiner Kindheit liegen und an den aggressiven Kühen in Weitendorf. Man gab mir dann die Aufgabe das Tor für diejenigen Rinder zu öffnen, die auf der Farm bleiben. Ich stand stundenlang in einem Gatter zusammen mit Kühen, Bullen, Stieren und Kälbern und musste mein Tor immer öffnen, wenn ein Rind auf mich zurennt und zu Hause bleiben darf. Ich bin wirklich fast vor Angst gestorben. Wenn mich ein Rind anstarrt und langsam auf mich zukommt, dann gehen bei mir die Alarmglocken los und ich möchte am liebsten über den Zaun springen. Einer der schlimmsten Momente war der, in dem eine Kuh auf mich zurannte, selber schon Panik und man sagte mir zu spät, dass diese in mein Gatter kommt und als ich dabei war das Tor zu öffnen, rannte sie mich fast über. Ich habe schon fast mein Ableben gesehen. Mein Puls ist schlagartig von durchschnittlichen 55 auf wahrscheinlich 150 gestiegen. Zwischendurch sind einige Bullen und Stiere absolut durchgedreht, gegen die Zäune gesprungen und haben sogar einige Metallteile verbogen.
Ich hasse Kühe und Rinder einfach, das wird sich wohl nie ändern. Ich dachte, ich könnte mich meiner Angst stellen, aber nein, es ist schlimmer als vorher.
Als endlich alle sortiert waren, mussten wir sie dann einzeln durch einen kleinen Gang führen, da einige von ihnen noch Ohrmarken brauchten. Ich habe noch immer das aggressive Schnaufen einiger Bullen und Stiere im Ohr. Es war grausam. Sie versuchen wirklich alles um dort herauszukommen. Man sah Rinder übereinander gestapelt, am Boden liegend und panisch. Und meine Panik stieg dann auch in dem Moment, in dem mich dieses schon etwas größere Kalb einfach mal überrennen wollte! Und ich mache keine Scherze. Beim ersten Mal dachte ich, dass es nur aus Angst in meine Richtung rannte, aber als es dann permanent auf mich zuraunte und versuchte mich umzulaufen… ich bin dann gegangen. Das war mir einfach zu viel. Kasey gab nach einer Weile auch zu, dass es wirklich nur mich jagt und versucht umzuboxen. Ganz ehrlich, es war ein Kalb. Und jetzt soll mir nochmal jemand sagen, Kühe seien nicht aggressiv. Sie sind es. Definitiv. Und ich traue ihnen kein Stück mehr. Vielleicht einer Kuh, die ich selber aufgezogen habe, aber nicht diesen Viechern hier.
Einer der fettesten Bullen ist sogar über den Zaun gesprungen. Ich habe einfach keinen Schimmer, wie er das angestellt hat. Beim nächsten Mal helfe ich da nicht und gehe lieber Fische ernten oder so. Rob, mein Chef, wurde 2x angegriffen von den Rindern und er konnte sich nur dadurch retten, dass er über den Zaun sprang und dann eher unsanft auf seinem Hinterteil landete.
Rinder sind bei mir also auf der roten Liste. Absolut!
Das wollte ich euch erzählt haben. Mehr gibt es auch nicht wirklich.
Herzlichst,
eure Tini